Tausendundeine Nacht


Tausendundeine Nacht.

um das Jahr 750 geschrieben.

Verlag Gustav Pohlmann Berlin - 127 Seiten.

Das Buch habe ich gelesen vom 11. Dezember 2001 bis zum 18. Dezember 2001

Es war sehr schön (und auch irgendwie erholsam) nach all den mühsamen Klassikern von Homer und Vergil und auch Augustinus' Bekenntnissen mit "Tausendundeiner Nacht" mal etwas leicht zu lesendes zu haben. Entsprechend gerne habe ich diese wunderschönen Märchenerzählungen auch gelesen. Und es waren zahlreiche dabei, die ich bisher nur vom Hörensagen her kannte, wie zum Beispiel "Sindbad", "Ali Baba und die vierzig Räuber" oder "Aladin mit der Wunderlampe". Ein Erwachsener liest mit Begeisterung Märchen? Ja! Tausendundeine Nacht sind orientalische Erzählungen, die sehr stark islamisch geprägt sind, im Grunde ihres Wesens aber zeigen, daß die Mohammedaner (oder "Muselmanen" wie im Buch genannt) sehr friedliche und auch fröhliche Menschen sein können. Natürlich abgesehen von den bösen Königen, Zauberern und Räubern - die es schließlich auch in den westlich geprägten Grimm's Märchen gibt. Und gerade diesen friedlichen und fröhlichen Grundton, wie der Alltag in den Erzählungen beschrieben wird, sollte man sich heute - wenige Monate nach dem New Yorker Anschlag - bewusst werden. Ich habe die Märchen gerne gelesen - übrigens ganz nebenbei bemerkt: auf meinem neuen Weg von und zur Arbeit, in den Straßenbahnen vom Petuelring zum Stachus und vom Stachus zur Barthstraße.

"Eine [...] in der islamischen Welt entstandene Sammlung von Märchen und Erzählungen in arabischer Sprache. Die Rahmenerzählung von Sheherazade, die dem König Geschichten vorträgt, um ihr Leben zu retten, stammt aus Indien; im Zweistromland wurden die Erzählungen vom Kalifen Harun al-Raschid und von Sindbad, dem Seefahrer, in Ägypten Geschichten aus der Zeit Baibars und Abenteuer von Schelmen und Gauklern hinzugefügt. Auch Ritterromane, wie der von Omar an-Noman, und in islamisches Gewand gekleidete hellenistische und jüdische Motive fanden Eingang in die Sammlung." (Quelle: Der Große Knaur, 1982, München).

"In Europa wird Tausendundeine Nacht häufig fälschlich gleichgesetzt mit Märchen für Kinder, was der Rolle des Originals als Geschichtensammlung für Erwachsene mit zum Teil sehr erotischen Geschichten in keiner Weise gerecht wird. Ursache für dieses Missverständnis ist vermutlich die erste europäische Übersetzung des französischen Orientalisten Antoine Galland, der die Geschichten 1707-1717 übersetzte, dabei aber alle religiösen und erotischen Komponenten aus dem Original tilgte, übrigens ähnlich wie die Gebrüder Grimm im Deutschland des 19. Jahrhunderts mit den überlieferten Volksmärchen verfuhren. Galland fügte zudem seiner Übersetzung im arabischen Original nicht vorhandene Geschichten, z. B. Aladin und die Wunderlampe und Ali Baba und die 40 Räuber, hinzu, die er in Syrien von einem Märchenerzähler gehört hatte. Seine Veröffentlichung hatte eine unerwartet große Wirkung." (Quelle: Wikipedia, Februar 2006).

"Tausendundeine Nacht ist zwar weder die älteste noch die umfangreichste, gewiss aber die weltweit bedeutendste orientalische Sammlung von Märchen, Geschichten und Gedichten. Sie beeinflusste Dichter und Denker von Charles de Montesquieu bis Salman Rushdie". (Quelle: Harenberg - Das Buch der 1000 Bücher, 2002, Dortmund).

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© Dezember 2001 by Martin J. Zimmermann.
Letzte Änderung dieser Seite: 15. Mai 2007.