Augustinus: Bekenntnisse
Augustinus: Bekenntnisse.
im Jahre 410 geschrieben.
Johannes Verlag, Basel (CH) - 335 Seiten.
Das Buch habe ich gelesen vom 20. November 2001 bis
zum 10. Dezember 2001
Augustinus' Bekenntnisse sind ein interessantes Buch, wenn man
einerseits historisch an der Zeit der ersten Jahrhunderte nach
unserer Zeitrechnung interessiert ist und andererseits, wenn man
an der frühen Ausbreitung und Wirkensweise des Christentums jener
Zeit interessiert ist. Wenn man bedenkt, was man in der Schule oder
sonst wo über Christenverfolgung - insbesondere in der Frühzeit der
Ausbreitung dieser Religion - gelernt hat, dann ist man schon
überrascht, mit welch einer friedlichen Unbedarftheit Augustinus
und seine Mitstreiter ihre Religion im damaligen Karthago und
römischen Reich ausüben durften. Zwar wurden sie gelegentlich
verspottet, aber grausame Verfolgungen, wie unter Nero fanden
nicht statt. Sicherlich ist das Buch nicht nur für
Religionswissenschaftler interessant, sondern Augustinus
Worte haben zweifellos auch die heutige Kultur des Abendlandes
entscheidend in ihren Grundlagen mitgeprägt - spannend, wenn man
Augustinus' Ausführungen unter diesem philosophisch-kulturellen
Aspekt liest. Viele Moral- und Ethikwerte, auf die wir uns heute
berufen sind von Augustinus klar und deutlich genannt worden.
Manche sind heutzutage sicherlich auch überholt - so gilt zum
Beispiel der Zirkus oder das Spielen nicht mehr als verwerflich
in unserer Zeit. In der Handlung wächst Augustinus in Karthago auf,
gewinnt Interesse am Christentum und tritt diesem nach langem innerem
Ringen auch über. Dies wird insbesondere auch durch seine Mutter
Monika beeinflusst, die ihn im gesamten Buch behütend begleitet.
Augustinus geht zunächst nach Rom und schließlich nach Mailand,
wo er ein hoch angesehener Geistlicher des frühen Christentums
wird.
Die Bekenntnisse von Aurelius Augustinus schildern den Kampf
zwischen körperlichen und geistigen Dimensionen des Menschen, die
Auseinandersetzung einer faszinierenden Person mit sich selbst
und seiner Biografie, die dem Leser zugleich Wegweiser zu Gott
sein soll. Es ist die Geschichte einer Bekehrung, fesselnd in ihrer
Suche nach Ruhe und absoluter Wahrheit, erschreckend in der konsequenten
Ablehnung des körperlichen Menschen."
(Quelle: Harenberg - Das Buch der 1000 Bücher, 2002,
Dortmund).
"Das Werk beginnt mit der persönlichen Entwicklung des Augustinus hin zum christlichen Glauben und
enthält gegen Schluss immer mehr philosophische Betrachtungen, besonders auch zum Thema Zeit. Anhand der
Confessiones läßt sich die Auseinandersetzung zwischen Manichäismus und Neuplatonismus und dem Christentum
nachvollziehen, die sich auch in der Biografie von Augustinus widerspiegelt."
(Quelle: Wikipedia, Februar 2006).
Augustinus war für die gesamte Theologie des Mittelalters von entscheidender
Bedeutung, besonders für deren >platonische< Richtung, die auch nach der
Durchsetzung der mehr an Aristoteles orientierten Scholastik in der
sogenannten Franziskanischen Schule fortgeführt wurde (Augustinismus).
(Quelle: Der Große Knaur, 1982,
München).
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© Dezember 2001 by Martin J. Zimmermann.
Letzte Änderung dieser Seite: 15. Mai 2007.