Tacitus: Germania


Tacitus: Germania.

im Jahre 98 geschrieben.

VMA-Verlag Wiesbaden - 155 Seiten.

Das Buch habe ich gelesen vom 12. November 2001 bis zum 19. November 2001

Ich war echt überrascht: dieses Buch ist höchst spannend! Ich kann es jedem nur empfehlen. Von allen Büchern meiner Liste, die ich bisher gelesen habe, gehört es auf jeden Fall zu den drei besten. Warum? Tacitus - ein Römer - beschreibt Germanien vor knapp 2000 Jahren. Das Land unserer Vorfahren aus dem Blickwinkel eines Dichters und Politikers der damaligen Weltmacht. Tacitus selbst hat Germanien nie betreten oder gesehen. Sein komplettes Buch fußt ausschließlich nur auf Gesprächen und Berichten anderer. Das bringt natürlich auch mit sich, daß sich in seinen Beschreibungen einige Fehler und Irrtümer einschleichen. (Übrigens im Anhang findet man für jedes Kapitel jeweils einen Kommentar aus heutiger Sicht, über Tacitus' Irrtümer, aber auch über die Dinge, wo er recht hatte und allgemeine Ergänzungen). Höchst spannend an Tacitus' Werk ist, daß er unsere Vorfahren von vor knapp 2000 Jahre stellenweise beschreibt, wie es heute für uns - stereotyp - gesehen immer noch gilt! So darf ich an dieser Stelle zitieren: "Ich selbst schließe mich den Meinungen derer an, die glauben, daß die Stämme Germaniens - in keiner Weise durch eheliche Verbindungen mit anderen Völkern verfälscht - ein eigenwüchsiges, unvermischtes Volk von unvergleichlicher Eigenart sind. Darum ist auch die äußere Erscheinung, soweit man das bei einer so großen Zahl von Menschen sagen kann, bei allen die gleiche: alle haben trotzige, blaue Augen, rotblondes Haar und hünenhafte Leiber, die freilich nur zum Angriff taugen. In mühseliger Arbeit und Strapazen haben sie nicht die gleiche Ausdauer, und am wenigsten sind sie Durst und Hitze zu ertragen gewöhnt, wohl aber infolge des Klimas und der Bodenbeschaffenheit Kälte und Hunger." In den Ergänzungen am Ende des Buches steht dazu zum Beispiel: "...der Schlußsatz beruht z.T. auf Erfahrungen, die man mit germanischen Gefangenen in Italien gemacht hatte."

"Tacitus schrieb die Germania kurz nach der Ermordung von Kaiser Domitian im Jahr 96. Wie der lateinische Titel De Origine et situ Germanorum (Über den Ursprung und Wohnsitz der Germanen) andeutet, werden in dem kleinen Buch die nördlichen Nachbarn der Römer beschrieben. Bekannt ist, dass der Vater des Historikers als römischer Prokurator an der Mosel diente." (Quelle: Harenberg - Das Buch der 1000 Bücher, 2002, Dortmund).

"Man muss bei der Betrachtung der Geschichtswerke des Tacitus - die zweifellos stilistisch beeindruckend sind und die annalistisch-historiographische Tradition Roms auf ihren Höhepunkt führten - sehr kritisch verfahren. So baute Tacitus oft auch Hofklatsch mit ein (Annalen, 4,53), was wohl auch auf das Quellenmaterial zurückzuführen ist, das er zur Fertigstellung seiner Werke gesichtet hatte. Auch das Denken in Schwarz-Weiß-Kategorien sollte zur Vorsicht ermahnen. Manche Ereignisse lässt er wegfallen, andere interpretiert er so, dass sie seine Thesen zu untermauern scheinen." (Quelle: Wikipedia, Februar 2006).

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© November 2001 by Martin J. Zimmermann.
Letzte Änderung dieser Seite: 14. Mai 2007.