Parzival


Wolfram von Eschenbach: Parzival.

im Jahre 1210 geschrieben.

Langen Müller Verlag, München - 444 Seiten.

Das Buch habe ich gelesen vom 05. März 2002 bis zum 29. April 2002

Schon allein an der Anzahl der Tage erkennt man, daß mir die Lektüre des Parzival nicht allzu leicht gefallen ist - und ich gebe offen zu, daß es auch immer mal wieder Passagen gab, wo mir der Faden abriß, wo man einen Absatz las und sich anschließend fragte, was habe ich da jetzt eigentlich gerade gelesen. Was für mich immer wieder interessant waren in diesem Zusammenhang Querverweise zum Nibelungenlied oder zu Gottfried von Straßburg's Tristan - und nachdem ich zuvor genau das Werk gelesen hatte, wird klar, daß Gottfried von Straßburg und Wolfram von Eschenbach nicht gerade die größten Freunde waren. Aber es gab auch immer wieder Gelegenheit zum Schmunzeln, so darf ich hier folgendes Originalzitat aus dem (ins hochdeutsch und Prosa übersetzte) Werk von Seite 162 zitieren: "... Viel konnte und wußte die Magd: sie sprach alle Sprachen, Lateinisch, Heidnisch und Französisch. Höchst gebildet war ihr Geist, denn sie hatte das Trivium (als da sind Dialekt und Geometrie) und sogar das Quadrivium (so die Kunst der Astronomie) durchaus studiert. Sie hieß Kundrie und ihr Beiname war Surzière. Ihr Mundwerk, das nicht lahm war - denn es redete lang und gern -, schlug alle hohe Freude darnieder."

"Im Parzival verbindet Wolfram von Eschenbach wie seine Hauptquelle, Li Contes del Graal (1180/90) von Chrétien de Troyes, die rein religiöse Grals- mit der säkularen Parzival-Geschichte aus dem Sagenkreis um König Artus. Kennzeichnend für Wolframs Bearbeitung ist unter anderem die enge Verzahnung zwischen Rittertum, Religion (speziell Sündenlehre), weltlicher Liebe und vor allem Eheliebe." (Quelle: Harenberg - Das Buch der 1000 Bücher, 2002, Dortmund).

"Der Held in Wolfram von Eschenbachs >Parzival<, dem am besten überlieferten poetischen Werk des Mittelalters, durchläuft einen Weg der Bewährung: Parzival wächst in einsamer Wildnis heran; als Jüngling zieht er aus, um den Hof des Königs Artus zu suchen. Er erhält ritterlich-höfische und kirchliche Unterweisung, wird nach manchen Abenteuern am Artushof aufgenommen, doch nach einem Versagen aus der Tafelrunde ausgeschlossen und verflucht. Jahrelang irrt er umher, von Trotz gegen Gott erfüllt. Bei dem frommen Klausner Trevrizent folgt die Versöhnung mit Gott; Parzival erfährt das Gralsgeheimnis, wird schließlich König des Grals. Hinter ihm liegt der mühevolle Weg der Selbsterkenntnis." (Quelle: Der Brockhaus - Literatur, 2004, Leipzig, Mannheim).

[Wolfram von Eschenbach] "stand vor allem im Dienst des Grafen von Durne, auf dessen Sitz Wildenberg im Odenwald das fünfte Buch des Parzival entstand, und des Landgrafen Hermann von Thüringen." (Quelle: Der Große Knaur, 1982, München).

"Umstritten ist, über welche Bildung [Wolfram von Eschenbach] verfügte. Er gibt sich programmatisch als Verächter des gelehrten Buchwissens, als Illiteraten. Man hat aus seinen Äußerungen herausgelesen, dass er tatsächlich Analphabet war. Wahrscheinlicher ist aber, dass die betreffenden Aussagen der Konstruktion einer spezifischen Autor-Rolle dienen: der Rolle des Laiendichters, dessen Wertschätzung man als Ausdruck des wachsenden Selbstbewußtseins der höfischen Laiengesellschaft verstehen kann, für die Wolfram tätig war. Unbestreitbar ist jedenfalls, dass er über umfassende Kenntnisse aus der lateinischen Bildungstradition verfügte. Sein Werk ist durchsetzt mit sachkundig behandeltem Wissensstoff aus allen Bereichen (Naturkunde, Geographie, Medizin, Astronomie) und mit theologischen Reflexionen. Ausgedehnt sind offenbar auch seine Kenntnisse der zeitgenössischen französischen Sprache und Literatur gewesen." (Quelle: Wikipedia, Februar 2006).



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© Mai 2002 by Martin J. Zimmermann.
Letzte Änderung dieser Seite: 15. Mai 2007.