Die Idee
05:55h - 0,0 Kilometer - Kastanienhof - (Nieder-Erlenbach)
06:09h - 1,1 Kilometer - Friedberger Weg - (Nieder-Erlenbach)
06:49h - 4,5 Kilometer - Maßbornstraße - (Harheim)
07:01h - 5,7 Kilometer - Berkersheimer Bahnstraße - (Berkersheim)
07:13h - 6,6 Kilometer - Berkersheimer Obergasse - (Berkersheim)
07:50h - 9,9 Kilometer - Eckenheimer Landstraße - (Dornbusch)
08:25h - 12,2 Kilometer - Eschenheimer Anlage - (Nordend)
08:37h - 13,0 Kilometer - Liebfrauenstraße - (Innenstadt)
08:43h - 13,4 Kilometer - Fahrtor - (Innenstadt)
Es war einmal in den 90er Jahren, daß ich die unglaubliche Größe meiner
damaligen Wahlheimat Berlin mal auf eine ungewöhliche Art und Weise selbst
erfahren wollte, indem ich die Spree-Metropole vom südlichsten Punkt (Rauchfangswerder)
zum nördlichsten Punkt (Frohnau) zu Fuß durchqueren wollte um so das Ausmaß
der Stadt zu regelrecht "erspüren".
Nach sieben Stunden und 35 Kilometern und zwei Drittel der Strecke am Gesundbrunnen
streikten dann aber meine Füsse und ich musste den ersten Versuch leider erfolglos
abbrechen.
Doch eine Idee war geboren, denn eines hatte ich bei meinem ersten Berliner Versuch
gelernt: auf diese Art und Weise lernt man Ecken und Viertel einer Stadt kennen,
die man sonst wohl nie betreten würde. 1998 folgte dann der zweite Versuch. Allerdings
in meiner damaligen Wahlheimat Paris. Ich durchquerte die französische Hauptstadt einmal
von West (Porte Maillot) nach Ost (Porte de Vincennes) und wenige Tage später einmal
von Nord (Stadtgrenze zu Saint-Denis) nach Süd (Porte d'Orléans). Endlich ein
Erfolgserlebnis! *smile*
Als ich dann 2000 nach München umgezogen bin, erzählte ich mal abends einem Freund
davon und ganz spontan beschlossen wir um 22h diese oberbayerische Stadt einmal
von Ost nach West zu durchqueren. Gesagt - getan. Um Punkt Mitternacht ging's am
Messegelände Riem los und sieben Stunden später erreichten wir die westliche
Stadtgrenze bei Puchheim. Zu einer Nord-Süd-Durchquerung kam es dann allerdings
leider nicht mehr.
Und jetzt also in meiner aktuellen Wahlheimat Frankfurt am Main. Vom nördlichsten
Punkt der Stadt (Kastanienhof) zum südlichsten (Stadtgrenze zu Mörfelden-Walldorf).
Heute (12. Juli 2003) früh um 03:45h (!) aufgestanden und kurz drauf nach Bad Homburg-Obererlenbach
gefahren.
04:23h ab Frankfurt am Main - Merianplatz - U4
04:27h an Frankfurt am Main - Willy-Brandt-Platz - U4
04:47h ab Frankfurt am Main - Willy-Brandt-Platz - U2
05:16h an Bad Homburg - Gonzenheim - U2
05:22h ab Bad Homburg - Gonzenheim - Bus 22
05:29h an Bad Homburg - Obererlenbach (Wetterauerstrasse) - Bus 22
Nun mußte ich noch rund anderthalb Kilometer die Wetterauerstrasse entlanglaufen, ehe ich
kurz vor 06:00h morgens den Kastanienhof und damit den - laut Stadtplan - nördlichsten Punkt
der Stadt Frankfurt am Main erreicht hatte. Es kann losgehen! :-) ... auf mich warten
mehrere Stunden und mehrere Kilometer Stadtwanderung quer durch die Mainmetropole. Mir geht
es gut. Ich freue mich.
... das Foto entstand gleich am Kastanienhof. Sonnenaufgang. Wunderschön.
Am Kastanienhof werden auch farbenfrohe Blumen gezüchtet. Ein optischer Genuss.
Nebenan (wohl Bad Vilbeler Stadtgebiet) drehen sich zwei moderne Windmühlen.
06:07h - 0,9 Kilometer - Steinstraße - (Nieder-Erlenbach)
Blick über Felder und Baumgruppen. Landwirtschaft. Ja, so ländlich kann diese
Finanzmetropole im Norden sein. Vor mir ein Blick auf kleine Dörfer, die eingemeindet
wurden und die ich in den nächsten Stunden auch durchqueren werde. Hinter mir
im Norden der Taunus.
Obiges Foto: ein Blick über die Felder in Richtung Nieder-Erlenbach. Und in ganz
weiter Ferne entdeckt der aufmerksame Betrachter die Skyline der Frankfurter
Banken. Ui! Da habe ich ja dann heute noch einiges an Wegstrecke vor mir! (Und diese Hochhäuser
sind ja schließlich nur die Hälfte meiner heutigen Wanderung). Mein Magen knurrt.
Trotz Frühstück habe ich Hunger. Hoffentlich hat in Nieder-Erlenbach samstags so
früh um diese Uhrzeit bereits eine Bäckerei geöffnet. Na ja, mal sehen.
06:23h - 2,3 Kilometer - Zum Schäferköppel - (Nieder-Erlenbach)
Mit dem Überqueren des Erlenbaches erreiche ich die Straße "Zum Schäferköppel" und nach
wenigen Metern beginnt erstmals auf meiner heutigen Tour Wohngebiet. Ich durchquere das
kleine, verschlafene (das mag auch an der Uhrzeit liegen) Dörfchen Nieder-Erlenbach.
06:28h - 2,7 Kilometer - Alt Erlenbach - (Nieder-Erlenbach)
Im Dorfzentrum kommt mir ein Skateboardfahrer entgegen ... das erste menschliche Leben,
welches mir am frühen Morgen begegnet. Und dann: fast wie im Paradies -> eine - um diese
Uhrzeit - geöffnete Bäckerei! Fantastisch! Ein Croissant, eine Apfeltasche und etwas
zu trinken. Wird natürlich alles im Gehen genossen, denn ich will keine Zeit durch
völlig unnötige Pausen verlieren.
06:30h - 3,0 Kilometer - Neue Fahrt - (Nieder-Erlenbach)
Die Wanderung geht weiter.
06:32h - 3,2 Kilometer - Erlenbacher Stadtweg - (Nieder-Erlenbach)
Kurz nachdem ich in den Erlenbacher Stadtweg einbiege verlasse ich das kleine Dörfchen
Nieder-Erlenbach auch schon wieder. Vorbei am Erlenhof geht's nun zielstrebig in Richtung
Harheim.
Das Foto oben zeigt eine Landschaft am Ortseingang von Harheim, kurz nach
dem Verlassen des Erlenbacher Stadtweges und dem Einbiegen in die Maßbornstraße.
06:56h - 5,3 Kilometer - Harheimer Stadtweg - (Harheim)
Dieser Weg läuft parallel entlang der letzten Meter des Erlenbaches, welcher auf
dem kommenden Foto in die Nidda fließt. Und die Brücke über die ich die Nidda
hier überquere verbindet die kleinen Dörflein Harheim und Berkersheim.
Nun geht's die Berkersheimer Bahnstraße entlang bis zur S-Bahn-Station "Berkersheim". Prompt
ist hier auch die Bahnschranke zu und zwar für relativ lange Zeit. Eine völlig unnötige und
ärgerliche Unterbrechung meiner Wanderung. Dafür habe ich dort die beiden kommenden Fotos
gemacht.
Nun geht's kräftig den Hang hinauf mitten hinein ins Dorfzentrum von Berkersheim.
07:15h - 6,9 Kilometer - Am Dachsberg - (Berkersheim)
Den Dachsberg entlanglaufend verlasse ich auch das Dörflein Berkersheim und nähere
mich dem Stadtteil Preungesheim mit dem der eher städtische Teil der Stadt beginnt.
07:30h - 8,3 Kilometer - Homburger Landstraße - (Preungesheim)
Ich unterquere die Autobahn A661 und entdecke hier auch gleich die U-Bahn-Endhaltestelle
"Preungesheim" der Linie U5. Hier ist das also. Gut zu wissen. Irgendwo hier in Preungesheim
muß ja auch der Frauenknast sein, aber ich habe keine Ahnung wo. Ist ja auch egal. Im Verlauf der Homburger
Landstrasse komme ich übrigens an einem entzückenden Obstladen vorbei.
07:41h - 9,3 Kilometer - Ronneburgstraße - (Preungesheim)
Nun biege ich in die Ronneburgstraße ein und begegne - mal wieder - der Linie U5, als
ich die Giessenerstraße kreuze. Die Ronneburgstraße ist eine große Baustelle.
07:47h - 9,6 Kilometer - Engelthalerstraße - (Eckenheim)
In der Engelthalerstraße in Eckenheim entdecke ich dieses nümelig aussehende Wohnhaus:
Ich erreiche die Eckenheimer Landstraße. Eine der längsten Wegstrecken im Verlauf meiner
heutigen Wanderung. Sie beginnt in Eckenheim, führt dann am Dornbusch entlang, durch
das Nordend durch bis zum Anlagenring am Rande der City. Ich werde dieser Straße bis
zum Ende folgen. Nach einiger Zeit kreuze ich den Marbachweg. Und hier begegnet mir - mal wieder -
die U-Bahn-Linie 5, die mir jetzt bis zum Anlagenring immer wieder entgegen kommt, da
auch sie die Eckenheimer Landstraße entlang fährt. Linkerhand befindet sich der Hauptfriedhof.
Auch ein jüdischer Teilfriedhof ist dort. Rechts nach einiger Zeit der ausgebrannte Dachstuhl
eines Wohnhauses. Und dann (siehe kommendes) Foto die Deutsche Bibliothek. Und hier erreiche
ich das Nordend. Denjenigen Stadtteil also, in dem ich höchstselbst wohne. Allerdings ist
das hier eine Ecke vom Nordend, die ich bislang noch nicht kannte. Sie zieht sich hin, die
Eckenheimer Landstraße, aber sie bietet dem Wandernden Abwechslung. Leben kommt zu dieser
frühen Stunde in die Stadt.
So, mit der Eschenheimer Anlage ist der sogenannte "Anlagenring" erreicht, der quasi
die Grenze zur Innenstadt ist. Neben dem Anlagenring befindet sich eine langgezogene
Grünanlage (in der ich frühmorgens oft Dauerlauf mache).
08:26h - 12,3 Kilometer - Petersstraße - (Innenstadt)
Mit der Petersstraße nähere ich mich der Innenstadt.
08:29h - 12,4 Kilometer - Alte Gasse - (Innenstadt)
Ich erreiche die Alte Gasse, die ich aber auch bereits nach wenigen Metern
wieder verlassen werde.
08:31h - 12,5 Kilometer - Schäfergasse - (Innenstadt)
Nun geht's ein Stück die Schäfergasse entlang bis zur Hauptfußgängerzone der
Stadt, der berühmten "Zeil".
08:34h - 12,7 Kilometer - Zeil - (Innenstadt)
Und nun ist sie endlich erreicht. Die Zeil! Angeblich die umsatzstärkste Einkaufsstraße
Deutschlands. Wobei der Vergleich wohl auch etwas hinkt, da Königstraße (Stuttgart),
Neuhauserstraße (München), Kurfürstendamm (Berlin) oder Mönckebergstraße (Hamburg)
auch irgendwie ganz anders strukturiert sind. Aber sei's drum. Ich bin etwas überrascht,
wie verblüffend wenig samstags um halb neun noch auf der Zeil los ist. Fast nichts. (Siehe Foto).
Die ganz wenigen Menschen, die überhaupt unterwegs sind, sind entweder laut krakeelende
Penner oder welche, die hier Erlebnisstände für den - morgen stattfindenden - Ironman-Triathlon
aufbauen.
So und nun geht's gegenüber vom Kaufhof in die Liebfrauenstraße.
08:38h - 13,1 Kilometer - Liebfrauenberg - (Innenstadt)
Den Liebfrauenberg überquerend.
08:39h - 13,2 Kilometer - Neue Kräme - (Innenstadt)
Und nun eine Fußgängerzone entlang mit dem etwas ungewöhnlichen Namen "Neue Kräme". An
der historisch berühmten Paulskirche vorbei.
08:41h - 13,3 Kilometer - Römerberg - (Innenstadt)
Der Römerberg, das Zentrum der Stadt Frankfurt am Main ist erreicht. Hier befindet
sich der Römer (das Rathaus), auf deren Balkon sich nach Erfolgen die deutsche
Fußballnationalmannschaft feiern lässt. Außerdem ist dieser Platz die "psychologische
Mitte" der heutigen Wanderung. Die rein geografische Mitte war bereits
im Nordend erreicht. Da dieser Platz bereits vollgebaut war mit Zuschauergerüsten
für den morgigen Ironman-Triathlon habe ich keine Fotos gemacht, sondern hier - einfachheitshalber -
zwei Fotos vom Römer dargestellt, die ich bereits ein paar Wochen vorher gemacht hatte.
Das Fahrtor ist die kurze Verbindung zwischen Römerberg und dem Main. Mit dem Erreichen
des Mains endet der erste Teil dieses Fotoberichts. Der zweite Teil
folgt hier.
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© Juli 2003 erstellt von Martin J. Zimmermann.
Letzte Änderung dieser Seite: 14. Juli 2003.