Stadtwanderung Frankfurt am Main
von Nord nach Süd - Fotobericht Teil 1


Die Idee
Es war einmal in den 90er Jahren, daß ich die unglaubliche Größe meiner damaligen Wahlheimat Berlin mal auf eine ungewöhliche Art und Weise selbst erfahren wollte, indem ich die Spree-Metropole vom südlichsten Punkt (Rauchfangswerder) zum nördlichsten Punkt (Frohnau) zu Fuß durchqueren wollte um so das Ausmaß der Stadt zu regelrecht "erspüren".

Nach sieben Stunden und 35 Kilometern und zwei Drittel der Strecke am Gesundbrunnen streikten dann aber meine Füsse und ich musste den ersten Versuch leider erfolglos abbrechen.

Doch eine Idee war geboren, denn eines hatte ich bei meinem ersten Berliner Versuch gelernt: auf diese Art und Weise lernt man Ecken und Viertel einer Stadt kennen, die man sonst wohl nie betreten würde. 1998 folgte dann der zweite Versuch. Allerdings in meiner damaligen Wahlheimat Paris. Ich durchquerte die französische Hauptstadt einmal von West (Porte Maillot) nach Ost (Porte de Vincennes) und wenige Tage später einmal von Nord (Stadtgrenze zu Saint-Denis) nach Süd (Porte d'Orléans). Endlich ein Erfolgserlebnis! *smile*

Als ich dann 2000 nach München umgezogen bin, erzählte ich mal abends einem Freund davon und ganz spontan beschlossen wir um 22h diese oberbayerische Stadt einmal von Ost nach West zu durchqueren. Gesagt - getan. Um Punkt Mitternacht ging's am Messegelände Riem los und sieben Stunden später erreichten wir die westliche Stadtgrenze bei Puchheim. Zu einer Nord-Süd-Durchquerung kam es dann allerdings leider nicht mehr.

Und jetzt also in meiner aktuellen Wahlheimat Frankfurt am Main. Vom nördlichsten Punkt der Stadt (Kastanienhof) zum südlichsten (Stadtgrenze zu Mörfelden-Walldorf). Heute (12. Juli 2003) früh um 03:45h (!) aufgestanden und kurz drauf nach Bad Homburg-Obererlenbach gefahren.

04:23h ab Frankfurt am Main - Merianplatz - U4
04:27h an Frankfurt am Main - Willy-Brandt-Platz - U4
04:47h ab Frankfurt am Main - Willy-Brandt-Platz - U2
05:16h an Bad Homburg - Gonzenheim - U2
05:22h ab Bad Homburg - Gonzenheim - Bus 22
05:29h an Bad Homburg - Obererlenbach (Wetterauerstrasse) - Bus 22

Nun mußte ich noch rund anderthalb Kilometer die Wetterauerstrasse entlanglaufen, ehe ich kurz vor 06:00h morgens den Kastanienhof und damit den - laut Stadtplan - nördlichsten Punkt der Stadt Frankfurt am Main erreicht hatte. Es kann losgehen! :-) ... auf mich warten mehrere Stunden und mehrere Kilometer Stadtwanderung quer durch die Mainmetropole. Mir geht es gut. Ich freue mich.


Frankfurt Nord Süd 01


05:55h - 0,0 Kilometer - Kastanienhof - (Nieder-Erlenbach)

... das Foto entstand gleich am Kastanienhof. Sonnenaufgang. Wunderschön.

Am Kastanienhof werden auch farbenfrohe Blumen gezüchtet. Ein optischer Genuss. Nebenan (wohl Bad Vilbeler Stadtgebiet) drehen sich zwei moderne Windmühlen.

06:07h - 0,9 Kilometer - Steinstraße - (Nieder-Erlenbach)

Blick über Felder und Baumgruppen. Landwirtschaft. Ja, so ländlich kann diese Finanzmetropole im Norden sein. Vor mir ein Blick auf kleine Dörfer, die eingemeindet wurden und die ich in den nächsten Stunden auch durchqueren werde. Hinter mir im Norden der Taunus.


Frankfurt Nord Süd 02


06:09h - 1,1 Kilometer - Friedberger Weg - (Nieder-Erlenbach)

Obiges Foto: ein Blick über die Felder in Richtung Nieder-Erlenbach. Und in ganz weiter Ferne entdeckt der aufmerksame Betrachter die Skyline der Frankfurter Banken. Ui! Da habe ich ja dann heute noch einiges an Wegstrecke vor mir! (Und diese Hochhäuser sind ja schließlich nur die Hälfte meiner heutigen Wanderung). Mein Magen knurrt. Trotz Frühstück habe ich Hunger. Hoffentlich hat in Nieder-Erlenbach samstags so früh um diese Uhrzeit bereits eine Bäckerei geöffnet. Na ja, mal sehen.

06:23h - 2,3 Kilometer - Zum Schäferköppel - (Nieder-Erlenbach)

Mit dem Überqueren des Erlenbaches erreiche ich die Straße "Zum Schäferköppel" und nach wenigen Metern beginnt erstmals auf meiner heutigen Tour Wohngebiet. Ich durchquere das kleine, verschlafene (das mag auch an der Uhrzeit liegen) Dörfchen Nieder-Erlenbach.

06:28h - 2,7 Kilometer - Alt Erlenbach - (Nieder-Erlenbach)

Im Dorfzentrum kommt mir ein Skateboardfahrer entgegen ... das erste menschliche Leben, welches mir am frühen Morgen begegnet. Und dann: fast wie im Paradies -> eine - um diese Uhrzeit - geöffnete Bäckerei! Fantastisch! Ein Croissant, eine Apfeltasche und etwas zu trinken. Wird natürlich alles im Gehen genossen, denn ich will keine Zeit durch völlig unnötige Pausen verlieren.

06:30h - 3,0 Kilometer - Neue Fahrt - (Nieder-Erlenbach)

Die Wanderung geht weiter.

06:32h - 3,2 Kilometer - Erlenbacher Stadtweg - (Nieder-Erlenbach)

Kurz nachdem ich in den Erlenbacher Stadtweg einbiege verlasse ich das kleine Dörfchen Nieder-Erlenbach auch schon wieder. Vorbei am Erlenhof geht's nun zielstrebig in Richtung Harheim.


Frankfurt Nord Süd 03


06:49h - 4,5 Kilometer - Maßbornstraße - (Harheim)

Das Foto oben zeigt eine Landschaft am Ortseingang von Harheim, kurz nach dem Verlassen des Erlenbacher Stadtweges und dem Einbiegen in die Maßbornstraße.

06:56h - 5,3 Kilometer - Harheimer Stadtweg - (Harheim)

Dieser Weg läuft parallel entlang der letzten Meter des Erlenbaches, welcher auf dem kommenden Foto in die Nidda fließt. Und die Brücke über die ich die Nidda hier überquere verbindet die kleinen Dörflein Harheim und Berkersheim.


Frankfurt Nord Süd 04


07:01h - 5,7 Kilometer - Berkersheimer Bahnstraße - (Berkersheim)

Nun geht's die Berkersheimer Bahnstraße entlang bis zur S-Bahn-Station "Berkersheim". Prompt ist hier auch die Bahnschranke zu und zwar für relativ lange Zeit. Eine völlig unnötige und ärgerliche Unterbrechung meiner Wanderung. Dafür habe ich dort die beiden kommenden Fotos gemacht.


Frankfurt Nord Süd 05


Frankfurt Nord Süd 06


07:13h - 6,6 Kilometer - Berkersheimer Obergasse - (Berkersheim)

Nun geht's kräftig den Hang hinauf mitten hinein ins Dorfzentrum von Berkersheim.

07:15h - 6,9 Kilometer - Am Dachsberg - (Berkersheim)

Den Dachsberg entlanglaufend verlasse ich auch das Dörflein Berkersheim und nähere mich dem Stadtteil Preungesheim mit dem der eher städtische Teil der Stadt beginnt.

07:30h - 8,3 Kilometer - Homburger Landstraße - (Preungesheim)

Ich unterquere die Autobahn A661 und entdecke hier auch gleich die U-Bahn-Endhaltestelle "Preungesheim" der Linie U5. Hier ist das also. Gut zu wissen. Irgendwo hier in Preungesheim muß ja auch der Frauenknast sein, aber ich habe keine Ahnung wo. Ist ja auch egal. Im Verlauf der Homburger Landstrasse komme ich übrigens an einem entzückenden Obstladen vorbei.

07:41h - 9,3 Kilometer - Ronneburgstraße - (Preungesheim)

Nun biege ich in die Ronneburgstraße ein und begegne - mal wieder - der Linie U5, als ich die Giessenerstraße kreuze. Die Ronneburgstraße ist eine große Baustelle.

07:47h - 9,6 Kilometer - Engelthalerstraße - (Eckenheim)

In der Engelthalerstraße in Eckenheim entdecke ich dieses nümelig aussehende Wohnhaus:


Frankfurt Nord Süd 07


07:50h - 9,9 Kilometer - Eckenheimer Landstraße - (Dornbusch)

Ich erreiche die Eckenheimer Landstraße. Eine der längsten Wegstrecken im Verlauf meiner heutigen Wanderung. Sie beginnt in Eckenheim, führt dann am Dornbusch entlang, durch das Nordend durch bis zum Anlagenring am Rande der City. Ich werde dieser Straße bis zum Ende folgen. Nach einiger Zeit kreuze ich den Marbachweg. Und hier begegnet mir - mal wieder - die U-Bahn-Linie 5, die mir jetzt bis zum Anlagenring immer wieder entgegen kommt, da auch sie die Eckenheimer Landstraße entlang fährt. Linkerhand befindet sich der Hauptfriedhof. Auch ein jüdischer Teilfriedhof ist dort. Rechts nach einiger Zeit der ausgebrannte Dachstuhl eines Wohnhauses. Und dann (siehe kommendes) Foto die Deutsche Bibliothek. Und hier erreiche ich das Nordend. Denjenigen Stadtteil also, in dem ich höchstselbst wohne. Allerdings ist das hier eine Ecke vom Nordend, die ich bislang noch nicht kannte. Sie zieht sich hin, die Eckenheimer Landstraße, aber sie bietet dem Wandernden Abwechslung. Leben kommt zu dieser frühen Stunde in die Stadt.


Frankfurt Nord Süd 08


08:25h - 12,2 Kilometer - Eschenheimer Anlage - (Nordend)

So, mit der Eschenheimer Anlage ist der sogenannte "Anlagenring" erreicht, der quasi die Grenze zur Innenstadt ist. Neben dem Anlagenring befindet sich eine langgezogene Grünanlage (in der ich frühmorgens oft Dauerlauf mache).

08:26h - 12,3 Kilometer - Petersstraße - (Innenstadt)

Mit der Petersstraße nähere ich mich der Innenstadt.

08:29h - 12,4 Kilometer - Alte Gasse - (Innenstadt)

Ich erreiche die Alte Gasse, die ich aber auch bereits nach wenigen Metern wieder verlassen werde.

08:31h - 12,5 Kilometer - Schäfergasse - (Innenstadt)

Nun geht's ein Stück die Schäfergasse entlang bis zur Hauptfußgängerzone der Stadt, der berühmten "Zeil".

08:34h - 12,7 Kilometer - Zeil - (Innenstadt)

Und nun ist sie endlich erreicht. Die Zeil! Angeblich die umsatzstärkste Einkaufsstraße Deutschlands. Wobei der Vergleich wohl auch etwas hinkt, da Königstraße (Stuttgart), Neuhauserstraße (München), Kurfürstendamm (Berlin) oder Mönckebergstraße (Hamburg) auch irgendwie ganz anders strukturiert sind. Aber sei's drum. Ich bin etwas überrascht, wie verblüffend wenig samstags um halb neun noch auf der Zeil los ist. Fast nichts. (Siehe Foto). Die ganz wenigen Menschen, die überhaupt unterwegs sind, sind entweder laut krakeelende Penner oder welche, die hier Erlebnisstände für den - morgen stattfindenden - Ironman-Triathlon aufbauen.


Frankfurt Nord Süd 09


08:37h - 13,0 Kilometer - Liebfrauenstraße - (Innenstadt)

So und nun geht's gegenüber vom Kaufhof in die Liebfrauenstraße.

08:38h - 13,1 Kilometer - Liebfrauenberg - (Innenstadt)

Den Liebfrauenberg überquerend.

08:39h - 13,2 Kilometer - Neue Kräme - (Innenstadt)

Und nun eine Fußgängerzone entlang mit dem etwas ungewöhnlichen Namen "Neue Kräme". An der historisch berühmten Paulskirche vorbei.

08:41h - 13,3 Kilometer - Römerberg - (Innenstadt)

Der Römerberg, das Zentrum der Stadt Frankfurt am Main ist erreicht. Hier befindet sich der Römer (das Rathaus), auf deren Balkon sich nach Erfolgen die deutsche Fußballnationalmannschaft feiern lässt. Außerdem ist dieser Platz die "psychologische Mitte" der heutigen Wanderung. Die rein geografische Mitte war bereits im Nordend erreicht. Da dieser Platz bereits vollgebaut war mit Zuschauergerüsten für den morgigen Ironman-Triathlon habe ich keine Fotos gemacht, sondern hier - einfachheitshalber - zwei Fotos vom Römer dargestellt, die ich bereits ein paar Wochen vorher gemacht hatte.


Frankfurt Nord Süd 10


Frankfurt Nord Süd 11


08:43h - 13,4 Kilometer - Fahrtor - (Innenstadt)

Das Fahrtor ist die kurze Verbindung zwischen Römerberg und dem Main. Mit dem Erreichen des Mains endet der erste Teil dieses Fotoberichts. Der zweite Teil folgt hier.




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© Juli 2003 erstellt von Martin J. Zimmermann.
Letzte Änderung dieser Seite: 14. Juli 2003.